Fehler bei der Anwendung von Sonnencreme

Whitsunday island intensive UV Strahlung

Was man beim Eincremen mit Sonnencreme alles falsch machen kann

Man glaubt es ja kaum: Beim Eincremen mit Sonnencreme kann man etwas falsch machen?

Ja, geben wir es zu. Vielen von uns wird es wohl schon mal so ergangen sein. Wir haben uns eingecremt und abends war unsere Haut doch leicht, oder gar ziemlich rot.

Offensichtlich war die Anwendung der Sonnencreme irgendwie suboptimal…..

10 Gründe was schief gelaufen sein könnte:

1) Zu wenig Creme verwendet

Sonnencreme wirkt nur dann optimal, wenn sie in ausreichender Menge eingesetzt wird. Ausreichend heißt: Ca. 4 Esslöffel Sonnencreme müssen auf dem Körper eines Erwachsenen (gleichmäßig) verteilt werden! Nur dann schützt die Sonnencreme gemäß des angegebenen LSF. Wenn abends die Sonnencremeflasche leer ist, wenn Sie sich als 4 köpfige Familie in der Sonne aufgehalten haben, dann haben Sie die Sonnencreme in ausreichender Menge eingesetzt.

2) Sie haben sich verschätzt

Entweder haben Sie sich beim Abschätzen der Besonnungszeit oder der UV-Intensität verschätzt. Die Besonnungszeit ergibt sich aus der individuellen Eigenschutzzeit der Haut multipliziert mit dem LSF der Sonnencreme. Hat Ihre Haut eine Eigenschutzzeit von ca. 20 Minuten und sie verwenden eine Sonnencreme mit LSF 10 können Sie ca. 200 Minuten in der Sonne bleiben, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Dies gilt unter der Voraussetzung, dass der lokale UV-Index nicht höher als 8 ist und Sie sich rechtzeitig und in ausreichender Menge eingecremt haben. Diese Besonnungszeit gilt außerdem nur 1 x pro 24 Stunden. Informationen zur Eigenschutzzeit erhalten Sie, wenn Sie den Fragebogen zur Hauttypbestimmung ausfüllen.

Angaben zum zu erwartenden UV-Index finden Sie meist bei der Wettervorhersage. Lokal kann die UV-Strahlung aber deutlich intensiver sein, wenn Sie sich z. B. auf großer Höhe oder auf reflektierenden Flächen (Wasser, Schnee, Sand) befinden.

3) Die Sonnencreme hält nicht was sie verspricht

Selten in der deutschen Konsumwelt, aber nicht auszuschließen: Die Sonnencreme schützt unsere Haut nicht gemäß der Angaben. Orientieren Sie sich an den Testergebnissen von z. B. Stiftung Warentest.

4) Sie vertragen die Sonnencreme nicht

Bestimmte chemische Inhaltsstoffe der Sonnencreme verursachen speziell mit Ihrer Haut photoallergische Reaktionen. Die Haut wird rot, es entstehen Pusteln und es juckt. Wechseln Sie das Produkt. Bevorzugen Sie Sonnencreme mit physikalischen UV-Filtern. Deren “Chemiecocktail” enthält meist weniger Variablen. Lassen Sie sich in der Apotheke beraten.

5) Sie schwitzen

Auch unter der Sommersonne betreiben Sie begeistert Sport oder es ist einfach tropisch heiß und schwül an Ihrem Aufenthaltsort. Die Schweißdrüsen arbeiten auf Hochtouren um Ihren Körper zu kühlen. Dies führt allerdings auch dazu, dass die Sonnencreme von der Haut geradezu „weggespült“ wird. Deshalb bei feuchter Haut öfters nachcremen. Bevorzugen Sie unter diesen Umständen Sonnencreme mit physikalischen UV-Filtern, da chemische Filter schlechter in die feuchte Haut eindringen.

6) Sie verlassen sich zu sehr auf den Begriff „wasserfest“

Schwitzen, Schwimmen oder Duschen wäscht die Sonnencreme von Ihrer Haut ab. Der Begriff „wasserfest“ bedeutet lediglich, dass die Sonnencreme ca. 80 Minuten auf der Haut halten sollte. Also, unter besonders feuchten Bedingungen, alle 90 Minuten nachcremen!

7) Sie benutzen Sonnencreme, aber nur am Strand

Es ist richtig und wichtig sich am Strand, beim Sport oder anderen Frischluftaktivitäten mit einer dicken Schicht Sonnencreme zu schützen. Aber nicht nur dann, sondern jeden Tag während des Sommerhalbjahres. Auch wenn Sie die Mittagspause in der Sonne verbringen oder sogar in geschlossenen Räumen oder dem Auto können Sie UV-Strahlung ausgesetzt sein. Der UVA Anteil der UV-Strahlung durchdringt Fensterglas, treibt die Hautalterung voran und kann auch Hautrötungen hervorrufen.

8) Sie nehmen Medikamente ein

Manche Inhaltsstoffe von Medikamenten erhöhen die UV-Empfindlichkeit der Haut bzw. verursachen in Kombination mit UV-Strahlung phototoxische Reaktionen. Bekannt für diesen Effekt sind z. B. Johanniskrautpräparate und einige Antibiotika. Lesen Sie im Beipackzettel nach oder fragen Sie Ihren Arzt. Bleiben Sie während der Einnahme solcher Medikamente im Schatten. Ebenso können Inhaltsstoffe bestimmter Pflanzen (Zitrusgewächse, diverse Wiesengräser, Bärenklau, Engelwurz, Feige, Sellerie usw.) Parfüm oder Rasierwasser in Kombination mit der UVA Strahlung der Sonne Ausschläge und anschließend eine verstärkte Pigmentierung der Haut hervorrufen. Verzichten Sie auf Duftwässerchen bevor Sie sich sonnen und wasche Sie die Haut nach Kontakt mit „verdächtigen“ Pflanzen.

9) Sie tragen Makeup und brauchen deshalb keine Sonnencreme

Viele getönte Gesichtscremen sind heute auch mit einem LSF ausgestattet. LSF 30 oder höher ist sehr begrüßenswert. Wenn Sie allerdings nicht „vollgespachtelt“ aussehen möchten und deshalb die Gesichtscreme nur sparsam einsetzen, sind Sie u. U. nicht ausreichend geschützt. Verwenden Sie Sonnencreme unter der getönten Gesichtscreme. Vergessen Sie den Sonnenschutz für die Lippen nicht!

10) Ihre Haut ist in Behandlung

Sie unterziehen sich gerade einer Aknebehandlung oder verwenden fruchtsäurehaltige Creme oder Peelings. Diese Behandlungen entfernen die äußerste Hautschicht und machen die Haut besonders empfindlich für UV-Strahlen.

Auch wenn ein Leberfleck operativ entfernt wurde oder Sie sonstige Wunden haben, bleiben Sie im Schatten. UV-Strahlung behindert die Wundheilung und kann zu einer lang anhaltenden verstärkten Pigmentierung führen. Natürlich gibt es auch Hautkrankheiten, die ganz bewusst mit UV-Strahlen therapiert werden. In diesem Fall halten Sie sich an die Anweisungen des Arztes.

Zu guter Letzt: Vergessen Sie neben dem Schutz der Haut die Sonnenbrille nicht! Auch im Auge gibt es „Sonnenbrand“ (Binde- oder Hornhautentzündung) !

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    Hallo, ich bin promovierte Diplom-Biologin mit langjähriger Berufserfahrung im Bereich der Lebenswissenschaften, Sachbuchautorin und Bloggerin.

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