Lebensdosis an UV

Die Lebensdosis an UV-Strahlung ist unter anderem von der UV-Intensität am Wohnort abhängig.

Testen Sie: Wie ist Ihre Lebensdosis an UV?

Die Lebensdosis an UV ist die Menge an UV-Strahlung, die unsere Haut im Laufe unseres Lebens "eingesammelt" hat.

Warum ist es interessant diesen Wert zu kennen?

  • UV-Strahlung beschleunigt die Hautalterung und erhöht das Risiko an Hautkrebs zu erkranken.
  • Der schädigende Einfluss hängt ganz wesentlich von der Menge der UV-Strahlung ab.
  • Für den Hautarzt und für jeden Einzelnen von uns wäre es sehr hilfreich, wenn wir diese Menge an schädlichen UV-Strahlung wenigstens näherungsweise abschätzen könnten. Damit ließe sich 1) das individuelle Risiko genauer einschätzen. 2) Könnten  wir unser Sonnenverhalten besser an den gegebenen, schädlichen Umweltfaktor UV anpassen.

Was muss man wissen, um die Lebensdosis an UV-Strahlung abschätzen zu können?

  • Die Häufigkeit der Bestrahlung
  • Die Dauer der Bestrahlung
  • Die Stärke der Bestrahlung. Diese lässt sich mit Hilfe des Breitengrades des Wohnorts abschätzen.

Aus diesen Angaben kann man die kumulative (angesammelte) Lebensdosis an UV-Strahlung ermitteln.

Bis jetzt tragen wir noch keine UV-Messgeräte an unserem Handgelenk, die kontinuierlich die uns „berührende“ UV-Strahlung messen und aufsummieren. Deshalb konnte man bisher die kumulative Lebensdosis an UV nur durch langwierige Befragungen ermittelt.

Amerikanische Forscher von dem „Department of Dermatology, Stanford University School of Medicine“ haben nun einen kostenlosen online Fragebogen entwickelt, mit dem sich ein „cumulative UV exposure score“ CUES (sinngemäß übersetzt: Vergleichswert für die angehäufte UV-Strahlung)  für Bewohner der USA errechnen lässt [1].

Die Nützlichkeit dieses online Fragebogens wurde an über 1000 Teilnehmern aus den USA getestet.

  • Es zeigte sich, dass Hautkrebspatienten häufig einen erhöhten CUES aufwiesen.
  • Es zeigte sich, dass Patienten nachdem sie die Diagnose Hautkrebs erhalten hatten, verstärkt Sonnenschutzmaßnahmen ergriffen. Dadurch sank auch der CUES nach der Diagnose Hautkrebs.

Der online Fragebogen spiegelt also die allgemeinen Beobachtungen wieder:

1) UV-Strahlung steigert das Hautkrebsrisiko.

2) Sonnenschutzmaßnahmen reduzieren die Menge an UV-Strahlung, der man ausgesetzt ist.

Somit konnten die Autoren zeigen, dass der online Fragebogen ein sinnvolles Instrument ist um die kumulative Lebensdosis an UV zu ermitteln. Die Autoren schlagen vor, dass diese online Befragung  den Patienten z. B. im Wartezimmer des Dermatologen zur Verfügung gestellt wird. Der ermittelte CUES bietet eine gute Grundlage dass Sonnenverhalten und entsprechende Schutzmaßnahmen zu diskutieren. Allerdings soll dieser online Test keinesfalls das persönliche Beratungsgespräch mit dem Dermatologen ersetzen! Vielmehr dient er als unterstützendes Instrument um die Menge der bisher „genossenen“ UV-Strahlung zu verdeutlichen. Besonders Risikopatienten könnten dadurch eine zusätzliche Motivationshilfe erhalten, entsprechenden Sonnenschutzmaßnahmen zu ergreifen.

Achtung: Der Test hat folgende Einschränkungen:

Zur Zeit ist dieser online Fragebogen nur für Aufenthaltsorte in den USA verfügbar. Die im Test eingesetzten UV-Indices, die den Städten in den USA zugeordnet sind, können Sie in der wissenschaftlichen Veröffentlichung unter "Additional file 1, Table S1" abrufen.

Wenn Sie außerhalb der USA leben und trotzdem diesen Test machen möchten, können Sie sich folgendermaßen helfen:

  • Sie suchen sich eine Stadt in den USA, die auf dem gleichen Breitengrad liegt wie Ihr Heimatort. Hier muss man dann allerdings die Annahme treffen, dass gleicher Breitengrad auch gleiche UV-Belastung (ausgedrückt im UV-Index) bedeutet. Um einen besseren Näherungswert zu haben, wählen Sie einen Ort mit ähnlicher Höhenlage.
  • Oder, etwas genauer, Sie ermitteln im Internet die UV-Indices Ihrer Aufenthaltsorte und suchen Orte mit vergleichbaren UVI´s in den USA.
  • Ich habe erste Methode gewählt und einfach auf dem Globus Orte in den USA gesucht, die näherungsweise auf dem gleichen Breitengrad liegen, wie meine Heimatstädte in Europa.

Die Angabe des CUES erfolgt in Units (Einheiten),  die nicht näher definiert sind. Dies trägt der Tatsache Rechnung, dass es sich hier nicht um tatsächlich gemessene Werte handelt, sondern um eine Abschätzung.

Ihr individueller CUES Wert wird in eine von 3 Kategorie fallen:

  • Kleiner 205,000 Units: Unter dem Mittelwert (Median) für Personen, die keine Hautkrebsgeschichte haben.
  • 205,001 - 242,000 Units: Über dem Mittelwert (Median) für Personen ohne Hautkrebsgeschichte, aber unter dem Mittelwert (Median) für Personen mit Hautkrebsgeschichte.
  • Größer 242,001 Units: Über dem Mittelwert (Median) für Personen mit Hautkrebsgeschichte.

Was bedeutet das für Sie?

Je mehr Units Sie bereits angesammelt haben, desto wichtiger die Sonnenschutzmaßnahmen! Bzw. wenn Sie bisher wenig Units gesammelt haben: Weiterhin den Sonnenschutz betreiben!

Literatur:

[1]          G. A. Zhu, I. Raber, S. Sakshuwong, S. Li, A. S. Li, C. Tan, and A. L. S. Chang, “Estimation of individual cumulative ultraviolet exposure using a geographically-adjusted, openly-accessible tool,” BMC Dermatol., vol. 16, Jan. 2016 [Online]. Available: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4721109/. [Accessed: 10-Nov-2016]

 

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    azg
    Über azg 84 Artikel

    Hallo, ich bin promovierte Diplom-Biologin mit langjähriger Berufserfahrung im Bereich der Lebenswissenschaften, Sachbuchautorin und Bloggerin.

    2 Kommentare

    1. In meiner Region wird es im Sommer immer richtig heiss und die Sonne knallt immer auf mein Grundstücken. Unter der Sonne spielen auch immer meine Kinder gerne v.a. auf der Terrasse. Jetzt bin ich auf der Suche nach einem guten Sonnenschutz für meine Terrasse bevor der Sommer kommt.

      • Hi Julius, die meisten Markiesenhersteller machen Angaben zum UV-Schutz der eingesetzten Stoffe. Auch hier gibt es einen UPF (UV protection factor) als Maß für den Schutzfaktor vor UV-Strahlung. UVP 100 bedeutet 100 % UV-Schutz. Bei Markiesen gelten die selben grundsätzlichen Regeln für den UV-Schutz, wie bei Stoffen für Kleidung: Dunkel, dicht gewebt und Kunstfaser schützen besser als Baumwolle, hell und dünn. Denken Sie auch an die Reflektion. Selbst wenn Ihre Kinder unter einer Markiese mit 100 % UV-Schutz spielen, kann durch den nahen Pool, Sand oder auch Rasen bis zu 10 % UV in den Schatten reflektiert werden. Deshalb trotzdem eincremen!

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