Lippenkrebs

Lippenkrebs

Lippenkrebs

Bösartige Geschwüre der Haut können auch unsere Lippen befallen. Der weiße Hautkrebs der Lippe ist der häufigste Krebs der Mundhöhle. Lippenkrebs betrifft ca. 2 von 100 000 Menschen. Auf der Lippe findet man überwiegend  Spinaliome (Stachelzellkarzinome) gefolgt vom Basaliomen (Basalzellkarzinomen) [1].

Besonders betroffen sind hellhäutige Männer im 6. Lebensjahrzehnt. In 8 von 10 Fällen ist die Unterlippe betroffen [2]. Früher erkrankten hauptsächlich Männer an Lippenkrebs. Dies lag vermutlich daran, dass Männer häufiger im Freien arbeiten, mehr rauchen und mehr trinken als Frauen. In den letzten Jahren holen die Frauen allerdings in allen Aspekten auf. Eine Studie aus dem Jahr 2009 (Stebbins u. Hanke, Cancer Facts & Figures 2009. In: Society AC, ed. Atlanta) zeigte, dass Krebs der Oberlippe häufiger bei Frauen, als bei Männern auftritt. Auch Basaliome der Lippen finden sich öfter bei Frauen als bei Männern.

Ursachen

  • Für den weißen Hautkrebs an der Lippe, gilt dasselbe wie für weißem Hautkrebs anderer Körperstellen: Hauptursache ist die lebenslange Ansammlung von Schäden durch die UV-Strahlung der Sonne. Kanadische Farmer haben 3 mal häufiger Lippenkrebs als Büroangestellte [3].
  • Weitere Risikofaktoren sind die toxischen Inhaltstoffe des Tabaks und der langjährige Genuss von hochprozentigem Alkohol [2].
  • Auch immunsupprimierte Patienten erkranken häufiger an Lippenkrebs. Nach einer Transplantation muss der Patient meist lebenslang immunsupprimierenden Medikamenten einnehmen, um eine Gewebeabstoßung zu verhindern. Bei Nierentransplantierten fand man ein 30-fach erhöhtes Risiko für Lippenkrebs [4].

Symptome

Lippenkrebs tritt meist an der Unterlippe auf. Vermutlich weil diese mehr der Sonne exponiert ist. Die ersten Anzeichen sind vielgestaltige, nicht abwischbare Veränderungen des Lippenrots. Dies können dunkel oder weißliche Flecken oder auch warzenartige Gebilde sein. Oder raue Stellen, die nicht abheilen, sondern anschwellen und/oder schmerzen.

Diagnose

Der Hautarzt untersucht verdächtiges Gewebe zunächst mit seiner beleuchteten Lupe (Dermatoskop), einer Art Auflichtmikroskop. Letzte Gewissheit bringt eine Gewebeprobe, die von einem Pathologen im Labor analysiert wird.

Aufgrund seiner prominenten Lagen, „mitten im Gesicht“, wird der Lippenkrebs häufig frühzeitig entdeckt. Solange er noch kleiner als 5 mm ist, besteht eine fast 100-prozentige Heilungschance.

Allerdings muss man bedenken, dass Spinaliome der Lippe schneller Tochtergschwüre bilden, als Spinaliome anderer Körperregion. Ein rasches Eingreifen ist hier besonders wichtig. Hat sich der Krebs erst in den benachbarten Lymphknoten angesiedelt, sinkt die 5 Jahre Überlebensrate auf 50 % [5].

Therapie

  • Lippentumore werden meist operativ entfernt.
  • Eine Strahlentherapie kann eine Alternative sein oder wird im Anschluss an die Operation eingesetzt.
  • Auch eine Kryotherapie (Verätzung mit flüssigem Stickstoff, −196 °C ) ist möglich.
  • Eine Chemotherapie wird meist eingesetzt, wenn die vorherigen Methoden nicht erfolgreich waren.

Prävention

Auch beim Lippenkrebs gilt, wie beim weißen Hautkrebs generell: Die UV-Strahlung ist der  Hautrisikofaktor.

Dies gibt uns eine wirkungsvolle Handhabe gegen Lippenkrebs:

Nämlich die Anwendung von Sonnenschutz!

Es ist so einfach wie wirkungsvoll: Schützen Sie Ihre Lippen durch Lippenstifte mit einem hohen LSF! Tragen Sie den Sonnenschutz reichlich auf: Hier dürfen Sie mal RICHTIG DICK AUFTRAGEN!

Da unsere Lippen ständig in Bewegung sind, verflüchtig sich der Sonnenschutz schnell.

Deshalb: Häufig nachcremen!

Menschen mit erhöhtem Risiko (siehe “Ursachen“) sollte besonders wachsam sein. Bei nicht abwischbaren Veränderungen auf den Lippen befragen Sie am besten Ihren Hautarzt.

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Literatur

[1]          M. Veness, „Lip cancer: important management issues“, Australas. J. Dermatol., Bd. 42, Nr. 1, S. 30–32, Feb. 2001.

[2]          L. Abreu, E. Kruger, und M. Tennant, „Lip cancer in Western Australia, 1982-2006: a 25-year retrospective epidemiological study“, Aust. Dent. J., Bd. 54, Nr. 2, S. 130–135, Juni 2009.

[3]          S. M. Fincham, J. Hanson, und J. Berkel, „Patterns and risks of cancer in farmers in Alberta“, Cancer, Bd. 69, Nr. 5, S. 1276–1285, März 1992.

[4]          M. T. van Leeuwen, A. E. Grulich, S. P. McDonald, M. R. E. McCredie, J. Amin, J. H. Stewart, A. C. Webster, J. R. Chapman, und C. M. Vajdic, „Immunosuppression and other risk factors for lip cancer after kidney transplantation“, Cancer Epidemiol. Biomark. Prev. Publ. Am. Assoc. Cancer Res. Cosponsored Am. Soc. Prev. Oncol., Bd. 18, Nr. 2, S. 561–569, Feb. 2009.

[5]          R. P. Zitsch, C. W. Park, G. J. Renner, und J. L. Rea, „Outcome analysis for lip carcinoma“, Otolaryngol.--Head Neck Surg. Off. J. Am. Acad. Otolaryngol.-Head Neck Surg., Bd. 113, Nr. 5, S. 589–596, Nov. 1995.

 

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