Sonnencreme wasserbasiert – ISDIN Fusion Water

Zufällig entdeckte ich Im Sommer 2019  in einer spanischen Apotheke die Sonnenschutzprodukte der Firma ISDIN. An dem reichhaltig bestückten Verkaufsstand sprang mir folgendes Produkt ins Auge:

„ISDIN Fotoprotector Fusion Water , LSF 50+„

Dies ist ein Sonnenschutz speziell fürs Gesicht, der im
Gegensatz zu den herkömmlichen Sonnencremes nicht auf Öl, sondern auf Wasser
basiert.

Laut Werbung bedeutet dies: Kein fettigen Glanz im Gesicht,
kein Brennen in den Augen.

Klingt gut – musste ich ausprobieren.

ISDIN ist eine spanische Firma mit Hauptsitz in Barcelona. Sie vertreibt Hautpflege Produkte weltweit, schwerpunktmäßig Spanien, China und Lateinamerika. Auch in Deutschland sind ISDIN Produkte erhältlich, war mir bisher aber noch nicht aufgefallen.

ISDIN Fotoprotector Fusion Water wirbt mit einigen Eigenschaften die ich in
einem Selbstversuch, unter der Sonne Spaniens, getestet habe:

  • Die Konsistenz des Sonnenschutzmittels wirkt frisch und zieht schnell ein.  Stimmt!
  • Da Fusion Water  lt. Hersteller  frei von Öl ist, hinterlässt es keinen Fettglanz auf der Haut. Stimmt!
  • Verursacht keine Pickel. Stimmt!
  • Lässt sich auch auf die nasse Haut auftragen. Stimmt! Ob ich es dann so gleichmäßig aufgetragen habe, wie gewünscht, kann ich nicht überprüfen.
  • Ist wasserfest.  Kann ich nicht überprüfen.
  • Brennt nicht in den Augen. Stimmt! Auch wenn man schwitzt „kriecht“ die Sonnencreme nicht in die Augen und vernebelt nicht die Sicht.
  • „Freundlich zu Meerestieren“, da  zu 80 % abbaubar.  Kann ich nicht beurteilen. Es ist  wohl heutzutage politisch korrekt, mit der Umweltfreundlichkeit des Produktes zu werben.  Lt. Liste der Inhaltsstoffe enthält es kein Oxybenzon. Dieser UV-Filter ist ein einigen Ländern verboten, da er in Verdacht steht, die Meeresfauna zu schädigen. Wie es mit der Umweltverträglichkeit der anderen Inhaltsstoffe steht, wäre Thema für viele weitere Artikel bzw. ist häufig noch gar nicht bekannt.
  • Hoher UVA Schutz. Kann ich nicht überprüfen. Da der Schriftzug UVA von einem Kreis umgeben ist, gehe ich davon aus, dass  die Mindestanforderungen der  EU-Richtlinien zur Stärke des UVA-Schutzes eingehalten werden. Auf der website von ISDIN fand ich nur Angaben zur Breite spektralen Verteilung  („Critical Wavelength Method“) des UVA –Schutzes.
  • LSF 50+, also hoher UVB-Schutz vor Sonnenbrand. Stimmt. Siehe Ausführungen zu einer Anwendungsstudie weiter unten.

In einer von ISDIN finanzierten Studie[1] wurde die Schutzwirkung ihres
wasserbasierten Sonnenschutzmittels unter realen Anwendungsbedingungen getestet

Die Veröffentlichung aus dem Jahre 2019 beschreibt den
Vergleich eines wasserbasierten Sonnenschutzes (WBS) im Vergleich mit 3
herkömmlichen Sonnenschutzmitteln. Im Labor hat man den LSF des WBS gemäß der
Vorschriften zur in vivo Testung von Sonnenschutzmitteln  (ISO 24444: 2010) auf LSF 50+ bestimmt. Da es
sich bei diesem Produkt um eine neue,  wasserbasiert Formulierung handelt, wollte die
Hersteller die Schutzwirkung auch unter realen Anwendungsbedingungen im Alltag
testen.

  • Studienteilnehmer: 35 kaukasische Freiwillige (gesunde Männer und Frauen im Alter von  18-45 Jahren mit Hauttyp 2-4).
  • Testort:  Mauritius im Dez 18.  Mauritius liegt auf der Südhalbkugel nahe am Äquator. Damit repräsentiert es einen Ort mit hoher UV-Belastung, hoher Luftfeuchtigkeit und hohen Temperaturen.
  • Bei jeder Testperson wurden am Rücken 5 Felder markiert. Eines blieb unbehandelt, auf die anderen wurden 4 verschiedene Sonnenschutzmittel aufgetragen. Alle übrigen Körperoberflächen wurden während der Besonnung durch Kleidung geschützt.
  • Getestet wurden das WBS,  ein Sonnenschutzprodukt mit LSF 15, das als Standard Substanz in der ISO Testung für LSf 15 verwendet wird und zwei kommerziell erhältliche Produkte mit jeweils LSF 50+.
  • Die Probanden blieben, ja nach Hauttyp (HT), 1-2 h in der Sonne. HT II  für 1 h, HT III u IV  für 2 h.
  • Die Auswertung erfolgte 24 h nach Besonnung. Die Hautrötung  wurde durch 2 Methoden bestimmt. 1) Medizinisch geschultes Personal beurteilte die Rötung auf einer Skala von 1 bis 5. 2)  Bestimmung durch ein Kolorimeter.
  • Doppelblind Studie: D. h. weder die Testpersonen noch die auswertenden Personen, wussten ob und welcher Sonnenschutz in den jeweiligen Feldern aufgetragen worden war.
  • UVI-Belastung unter der Sonne von Mauritius:  für Personen UVI=8 belastet, 30 Personen UVI=11

Ergebnis der Studie:

  • Der WBS  zeigte vergleichbar gute Wirkung bezüglich der
    Verhinderung eines Sonnenbrandes wie die zwei herkömmlichen LSF 50+ Produkte,
    sowohl bei der medizinischen Beurteilung als auch in der kolorimetrischen
    Messung der Rötung.
  • Die ungeschützten Hautareale entwickelten bei 34
    von 35 Probanden einen Sonnenbrand.
  • Ein Proband mit HT II entwickelte sowohl im
    ungeschützten Bereich als auch in allen behandelten Hautarealen einen starken
    Sonnenbrand. Dies bestätigt, dass für Menschen mit sehr sonnenempfindlicher Haut
    der Schutz durch Sonnencreme (auch mit hohem LSF) unzureichend ist! Hier gilt:
    Im Schatten bleiben und Haut durch Kleidung schützen.
  • 2/3 der mit LSF15  behandelten Hautbereiche entwickelten einen Sonnenbrand.
  • Die Übereinstimmung der Ergebnisse zwischen den
    kolorimetrisch gemessenen Werte und der optischen Beurteilung durch das
    medizinische Personal war gut.

Fazit:

ISDIN  Fotoprotector Fusion Water  LSF 50+ ist eine gute Alternative zu herkömmlichen, ölbasierten Sonnencremens. Er bietet einen vergleichbaren Schutz vor Sonnenbrand, brennt nicht in den Augen und hinterlässt keinen Fettglanz im Gesicht.

Literatur:

[1]          C. Granger u. a., „New
Methodology to Evaluate Sunscreens Under Outdoor Conditions: A Double-Blind,
Randomized Intra-Individual Clinical Study of a Water-Based Broad-Spectrum
SPF50+ Versus SPF15 (P3) and SPF50+“, Dermatol. Ther., Juli 2019 [Online]. Verfügbar unter:
http://link.springer.com/10.1007/s13555-019-00315-4. [Zugegriffen: 06-Aug-2019]

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Hallo, ich bin promovierte Diplom-Biologin mit langjähriger Berufserfahrung im Bereich der Lebenswissenschaften, Sachbuchautorin und Bloggerin.

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