Buchvorstellung: Jeff T. Bowles über Vitamin D

Abbildung eines Bücherregals mit vielen bunten Büchern
Buchvorstellung Jeff T. Bowles

Buchvorstellung

Hochdosiert: Die wundersamen Auswirkungen extrem hoher Dosen von Vitamin D3: das große Geheimnis, das Ihnen die Pharmaindustrie vorenthalten will, von Jeff T. Bowles.


Originaltitel: The Miraculous Results of Extremely High Doses of the Sunshine Hormone Vitamin D3 My Experiment with Huge Doses of D3 from 25,000 to 50,000 to 100,000 Iu a Day Over a 1 Year Period)

Das Thema Vitamin D, seine Funktionen und die richtige Dosierung ist immer wieder Anlass für heiße Diskussionen.

Es gibt nur wenige harte Fakten über Vitamin D:

  • es ist lebensnotwendig,
  • es verhindert das Ausbrechen der Vitamin D Mangelkrankheit Rachitis und
  • wir können es über die Nahrung zu uns nehmen oder in der Haut mit Hilfe von UV-Strahlen selbst herstellen.

Gräbt man tiefer, wird es schon unklarer: Wo überall wirkt es im Körper? Was ist die richtige Dosis? In den letzten Jahren wurde die empfohlene Dosis mehrfach angehoben. Mit Anhebung des Richtwerts für Vitamin D im Blut gilt nun ein Großteil der nordeuropäischen Bevölkerung als unterversorgt. Gibt es da evtl. Zusammenhänge mit der Zunahme von zahllosen Zivilisationskrankheiten , wie z. B. Diabetes oder Alzheimer? In diesem Buch schildert der Autor Jeff T. Bowles seine Ideen zur Bedeutung von Vitamin D und unterlegt sie mit Belegen.

Diese Buchvorstellung bezieht sich auf die amerikanische Ausgabe.

Autor

Jeff T. Bowles ist ein US-amerikanischer Autor mehrerer erfolgreicher ebooks aus dem Bereich der Gesundheitsberatung. Seine Themen sind:

Inhalt

Die Haupthypothese des Autors ist das „menschliche Winterschlafsyndrom“.

Die Argumentation lautet folgendermaßen:

  • In der langen Entwicklungsgeschichte des Menschen war die Winterzeit häufig eine Zeit der Hungersnot. Da war es sinnvoll, rechtzeitig Fettvorräte anzulegen und durch reduzierte Bewegung, während der Zeit knapper Nahrungsmittel, Energie einzusparen. So wie dies Tiere während des Winterschlafs tun.
  • Sowohl bei Menschen als auch bei winterschlafenden Bären sinkt im Herbst der Vitamin D Spiegel aufgrund der verminderten Sonneneinstrahlung. Dieser sinkende Vit. D Spiegel ist das Signal für den Körper, sich auf den entbehrungsreichen Winter bzw. den Winterschlaf vorzubereiten.
  • Bowles folgert, dass der heute häufig beobachtete Vitamin D Mangel diesen „Winterschlafzustand“ bei uns auslöst. Vitamin D Mangel ist deshalb ursächlich an den heutigen Zivilisationskrankheiten wie z. B. Fettleibigkeit, Depression oder Arthritis beteiligt. Diese Erkrankungen führen zu einer Aufstockung der Energievorräte (Fettleibigkeit) und nötigen uns eine eingeschränkte Bewegung (Depression, Arthritis) auf. Bleibt der Vitamin D Spiegel längere Zeit niedrig, verharrt der Körper im „Winterschlafzustand“ und die Beschwerden werden chronisch.
  • Daran schließt sich das „Unvollständige Reparatursyndrome“ an: Verletzungen werden während der „Winterschlafzeit“ nur unzureichend repariert, wiederum aus Gründen der Energieeinsparung. Die vollständige Reparatur wird auf den Sommer verschoben, wenn wieder ausreichend Energie zur Verfügung steht. Steigt der Vitamin D Spiegel im Sommer nicht an, bleibt es bei der nur unzureichenden Ausheilung von körperlichen Schäden.

Gemäß der Bowleschen Hypothese signalisiert der mit den Jahreszeiten schwankende Vitamin D Spiegel dem Körper, ob gerade Energiesparen angesagt ist oder nicht. Gemäß dieser Annahme lassen sich zahllose Erkrankungen durch eine deutliche Anhebung des Vitamin D Spiegels kurieren. Ein hoher Vit. D Spiegel veranlasst den Stoffwechsel das Energiesparen zu beenden.  Dies bedeutet: Keine weitere Speicherung von Fett, reichlich Bewegung ist wieder möglich und Reparaturen können vollständig ausgeführt werden.

Auch der Alterungsprozess fügt sich in diese Hypothese ein und lässt sich durch Vit. D hinauszögern.

Der Autor offenbart seine Krankheitsgeschichte und beschreibt, wie er in mehreren Selbstversuchen einige Sportverletzungen oder hartnäckigen Fußpilz durch die Einnahme von hohen Dosen (bis zu 100 000 IE/Tag) von Vitamin D geheilt oder verbessert. Lästige Erkältungen ließen sich durch Vit. D verhindern und das Körpergewicht reduzierte sich. Seine optimale Erhaltungsdosis von Vit. D liegt bei 25 000 – 30 000 IE täglich.

Bowles berichtet 52 000 Titel bzw. Zusammenfassungen von wissenschaftlichen Artikeln über Vit. D gelesen zu haben. Er zählt 69 Erkrankungen auf, die mit einem niedrigen Vit. D Spiegel assoziiert sind und, so seine Vermutung, durch den Vit. D Mangel verursacht werden. Diese Assoziation reicht von Autismus, Allergien, über Bluthochdruck, Diabetes, Tuberkulose und Unfruchtbarkeit u.v.a.m.

Er beschreibt den Einsatz von Vit. D zur Stimulierung des Immunsystems in der Krebstherapie.

Das vermehrte Auftreten von Diabetes bzw. des metabolischen Syndroms führt er ebenfalls auf den Vit. D Mangel zurück. Den erhöhten Blutzuckerspiegel bei Diabetes sieht er als eine Art Kälteschutzmittel an, das der Körper in der vermeintlichen „Winterschlafsituation“ vorhält. Dasselbe vermutet er für den erhöhten Cholesterinspiegel oder Bluthochdruck.

Er empfiehlt den Vit. D Spiegel im Blut auf mindesten 70 ng/ ml einzustellen und gibt zu Bedenken, dass die von Medizinern gefürchtete Überdosierung von Vitamin D äußerst selten auftritt und, durch die gleichzeitige Gabe von Vitamin K2 verhindert werden kann.

Am Ende folgt noch ein Artikel mit der Geschichte unseres Sonnensystems mit dem Fokus auf die UV-Strahlen der Sonne und deren regulative Wirkung auf die Erde und ihre Lebewesen. Erneut beschreibt er seine Krankengeschichte und Heilungserfolge mit Vit. D, gefolgt von Bezeugungen weiterer Personen, die ihre Gebrechen mit Vit. D lindern konnten.

Meine Bewertung

Das Buch ist in einem lockeren Ton geschrieben und unterhaltsam zum Lesen. Mitunter ist es etwas schwierig dem roten Faden der Argumente zu folgen.

Das Buch gibt eine ausführliche Übersicht zur Assoziation von Vit. D mit zahllosen Krankheiten. Bowles entwickelt die interessante Hypothese des Winterschlafsyndroms, das über den Vitamin D Spiegel reguliert wird. Mit einem großen Weitblick bettet er das Winterschlafsyndrom argumentativ in die Evolutionsgeschichte des Menschen ein. Es ist interessant, seinen Gedankengängen zu folgen und er erzielt manches „Aha-Erlebnis“. Allerdings möchte ich zu bedenken geben, dass der Mensch sich zunächst in Afrika (heutiges Äthiopien) entwickelt hat. Dort gibt es keinen Winter. Auch ist der Winterschlaf unter unseren nächsten Verwandten, den Affen, ein höchst seltenes Phänomen.

Darüberhinaus ist er bei manchen Aussagen wie z. B. die Überschrift von Kapitel 10: „Ich glaube, jeder kann innerhalb von 30 Tagen oder kürzer von einer Krankheit geheilt werden“ (übersetzt) für meinen Geschmack allzu optimistisch.

Seine Vorgehensweise beim Lesen von wissenschaftlichen Artikeln beschreibt er wie folgt: „Jede Zusammenfassung hat einen Titel, eine Einleitung und eine Schlussfolgerung. Fokussieren Sie sich auf den Titel, die Einleitung und die Schlussfolgerung für eine Weile und schnell werden Sie ein Muster erkennen, auch ohne entsprechende Ausbildung auf diesem Gebiet. Muster sind bedeutsam und führen zu weiteren Fragen. Ich glaube, die meisten Menschen könnten mit Hilfe von PubMed (Anmerkung: wissenschaftliche Datenbank) jede Krankheit innerhalb eines Monats kurieren. Kein Witz!“ (übersetzt).

Auch dieser Aussage möchte ich doch gerne etwas hinzufügen: Um wissenschaftliche Arbeiten zu beurteilen reicht es nicht, sich nur auf die Zusammenfassung zu konzentrieren. Um sich ein eigenes Bild zu machen muss man schon den ganzen Artikel lesen, insbesondere den Ergebnis- und Methodenteil. Nur dann kann man erkennen, ob es sich bei der beschriebenen Assoziation wirklich um einen ursächlichen Zusammenhang handelt oder um ein zufälliges Zusammenfallen von 2 Beobachtungen (nähere Ausführungen zur Bewertung von Assoziationen/Korrelationen finden Sie hier). Außerdem muss/kann man den Schlussfolgerungen der Autoren von wissenschaftlichen Artikeln auch nicht immer folgen. Es bleibt einem nicht erspart, sich intensiver mit den Aussagen von wissenschaftlichen Artikeln auseinanderzusetzen. In der Vit. D Forschung ist noch vieles nicht endgültig geklärt und nicht jede Veröffentlichung trägt wirklich zu Klärung bei.

Die Bowlesche Winterschlafhypthese liefert interessante Denkanstöße. Sollte man an der Gesunderhaltung oder neuen Therapiemöglichkeiten interessiert sein, ist dieses Buch eine Fundgrube für Anregungen über alternative Heilversuche mit Vit. D. Zur Einschätzung der tatsächlichen Heilungschancen sollte man allerdings auch andere Informationsquelle zu Rate ziehen.

Daten:

Format: Kindle Edition, Dateigröße: 1555 KB, Seitenzahl der Print-Ausgabe: 113 Seiten, Verlag: MobiWell; Auflage: 1 (1. September 2013)

Format: Broschiert: 140 Seiten, Verlag: MobiWell; Auflage: 1 (1. September 2013), ISBN-10: 3981409892, ISBN-13: 978-3981409895

 

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    azg
    Über azg 77 Artikel
    Hallo, ich bin promovierte Diplom-Biologin mit langjähriger Berufserfahrung im Bereich der Lebenswissenschaften, Sachbuchautorin und Bloggerin.