Hautalterung: Lässt uns UV alt aussehen?

Hautalterung ist auch an den Händen sichtbar
Unsere Haut altert unaufhörlich

Hautalterung, ein nicht aufzuhaltender Prozess

Im 2. bis 3. Lebensjahrzehnt beginnt die Hautalterung.  Dieser komplexe natürliche Vorgang wird durch zwei Einflussgrößen gesteuert:

1) Die genetische Ausstattung des Einzelnen. Dies wird gerne als das „innere Altern“ bezeichnet.

2) Umwelteinflüsse, wie z. B. Rauchen, mechanische Belastung, extreme Temperaturen oder UV-Einstrahlung haben einen wesentlichen Einfluss auf das „äußere Altern“.

Inneres Altern:

Unsere Haut altert unaufhörlich, auch ohne schädliche Umwelteinflüsse. Dies ist genetisch bedingt. Die Bindegewebszellen (Fibroblasten) in der Lederhaut (mittlere Hautschicht) teilen sich mit fortschreitendem Alter immer langsamer. Außerdem  produzieren sie weniger von den faserartigen Strukturproteinen Kollagen und Elastin. Diese Fasern bilden in den Zellzwischenräumen ein elastisches und zugfestes Netzwerk. Neben der strukturgebenden Funktion dient das Bindegewebe auch als Wasserspeicher und Schutzhülle. Während des ganzen Lebens wird dieses Netzwerk ständig auf-, ab- und umgebaut.  In der Jugend wird überwiegend auf- und umgebaut. Mit zunehmendem Alter verschiebt sich das Gleichgewicht immer mehr zu Gunsten des Abbaus. Das Bindegewebsnetzwerk wird weitmaschiger [1]. Dadurch verliert die Haut an Elastizität und Wasserspeicherkapazität. Außerdem verkümmern die Talgdrüsen, die Haut verliert an Feuchtigkeit. Zusätzlich nimmt der Fettgehalt in der Unterhaut ab. Ingesamt wirkt unsere Haut schlaff, faltig und dünner als früher. Hautpflegeprodukte können diesen Prozess nur verzögern, aber nicht aufhalten.

Äußeres Altern durch UV-Strahlen

UV-Strahlung ist einer der Hauptantreiber für eine beschleunigte Hautalterung. Man nennt diesen Effekt auch Photoalterung. Wir haben alle die Bilder von sonnengegerbten Gesichtern im Kopf, die vorzeitig gealtert scheinen.  Oder von unserer Großmutter mit dem Porzellan Teint, die immer die Sonne mied und nie ohne breitkrempigen Sonnenhut unterwegs war.

Insbesondere UVA Strahlen treiben die Hauthalterung voran. Im Gegensatz zu den energiereicheren UVB Strahlen dringen sie tiefer, bis in die mittlere Hautschicht, vor. UVA verursacht die Entstehung von reaktive Sauerstoffspezies. Dies führt zu einer lokalen Entzündung und fördert die Kollagen abbauenden Prozesse in der Lederhaut. Darüberhinaus verliert das verbliebene Kollagen die Netzstruktur und formt nur noch eine ungeordnete Masse [1]. Die Haut verliert an Elastizität und wirkt schlaff.

Diese Schädigungen sind nicht rückgängig zu machen und summieren sich im Lauf des Lebens. Für die Haut zählt jedes Quäntchen UV-Strahlung! Dies bedeutet, dass die Hautalterung durch jede UV-Einwirkung vorangetrieben wird, auch wenn man den Sonnenbrand vermieden hat!

Auch die Oberhaut (Epidermis) leidet. Hier schädigen UV-Strahlen die Keratinozyten und Melanozyten, verändern die Erbsubstanz und lösen u. U. Hautkrebs und Pigmentstörungen wie z. B. Altersflecken aus.

Altersflecken

Altersflecken sind hellbraune Flecken, die meist ab dem 40. Lebensjahr sichtbar werden. Sie treten überwiegend auf den der Sonne ausgesetzten Hautbereichen auf. Diese bräunliche Verbindung, Lipofuscin, entsteht durch die unerwünschte Reaktion von reaktiven Sauerstoffspezies mit Fetten und Eiweißen. Der Lipofuscin-Komplex ist für die Zelle unverdaulich und kann von der zelleigene „Müllabfuhr“ nicht entsorgt werden. Mit fortschreitendem Alter lagern sich auch noch Zuckerverbindungen [2] und Metallionen [3] an. Lipofuscin häuft  sich nicht nur in der Haut, sondern auch in Leber-, Nerven- oder Herzmuskelzellen u. a. Zellen an. Es gilt als Biomarker für das Altern und kann die Lebenszeit einer Zelle beenden [4]. Ist eine Nervenzelle betroffen, kann dies spürbare Folgen haben. In der Haut gilt diese Anhäufung nur als ein kosmetisches Problem.

Take home message:

  • Jede UV-Exposition beschleunigt die Hautalterung – auch unterhalb der Sonnenbrandschwelle!

  • Wer jegliche Beschleunigung der Hautalterung durch Umwelteinflüsse vermeiden will, sollte auf eine gesunde Lebensführung achten und konsequent UV-Strahlung meiden.

  • Durch Einhaltung der WHO Empfehlungen und die Anwendung von Sonnenschutzmitteln kann man diese Beschleunigung  immerhin gering halten, aber leider nicht gänzlich vermeiden.

  • Achten Sie bei Sonnencreme darauf, dass sie auch vor UVA Strahlen schützt, da hauptsächlich diese die Hautalterung beschleunigen. Bedenken Sie, dass der UVA Schutz nur 1/3 des angegebenen LSF beträgt.

  • Die beste Antifaltencreme ist eine Sonnencreme mit hohem UVA Schutz!

Literatur:

[1]          E. C. Naylor, R. E. B. Watson, and M. J. Sherratt, “Molecular aspects of skin ageing,” Maturitas, vol. 69, no. 3, pp. 249–256, Jul. 2011.

[2]          pubmeddev, “Sequential histochemical studies of neuronal lipofuscin in human cerebral cortex from the first to the ninth decade of… [Arch Gerontol Geriatr. 2002] – PubMed – NCBI.”  [Online]. Available: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed. [Accessed: 09-Feb-2016] [3]          C. C. Winterbourn, G. F. Vile, and H. P. Monteiro, “Ferritin, lipid peroxidation and redox-cycling xenobiotics,” Free Radic. Res. Commun., vol. 12–13 Pt 1, pp. 107–114, 1991.

[4]          D. A. Gray and J. Woulfe, “Lipofuscin and aging: a matter of toxic waste,” Sci. Aging Knowl. Environ. SAGE KE, vol. 2005, no. 5, p. re1, Feb. 2005.

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    Hallo, ich bin promovierte Diplom-Biologin mit langjähriger Berufserfahrung im Bereich der Lebenswissenschaften, Sachbuchautorin und Bloggerin.