Sonnenschutz Hautkrebs FAQs

Häufig gestellte Fragen zu Sonnenschutz und Hautkrebs

Häufig gestellte Fragen - FAQs - zu Sonnenschutz und Hautkrebs

 

Häufige Fragen zu Hautkrebs und Sonnenschutz beantwortet Dr. M. Mahlberg, Dermatologe und Mitglied der Skin Cancer Foundation, Juni 2016 (sinngemäß übersetzt):

1) Sind Menschen mit vielen Sommersprossen anfälliger für Hautkrebs?

Ja. Menschen mit vielen Sommersprossen haben einen hellen Hauttyp und tragen deshalb ein erhöhtes Hautkrebsrisiko. Sommersprossen sind ein Zeichen einer vorangegangenen übermäßigen Sonnenexposition.

2) Tragen Personen, die schnell einen Sonnenbrand bekommen, ein erhöhtes Hautkrebs?

Ja. Hellhäutige Menschen sind anfälliger für sonnenbedingte Hautschäden wie Sonnenbrand oder Hautkrebs. Durchschnittlich verdoppelt sich das Risiko an einem Melanom zu erkranken nach 5 erlittenen Sonnenbränden. Sonnenbrände erhöhen auch das Risiko für den weißen Hautkrebs, wie das Basalzellkarzinom oder das Spinaliom.

3) Sehr hohe Lichtschutzfaktoren wie z. B. LSF 100 bieten nicht mehr Schutz, sondern sind nur ein irreführendes Verkaufsargument

Prinzipiell ist ein hoher LSF kein sinnloser Werbegag. Allerdings fällt der zusätzliche Schutz bei LSF über 50 nur noch sehr gering aus (siehe Beitrag auf MY-UV ). Ein hoher LSF macht einen bedeutenden Unterschied für hellhäutige Menschen, mit einer empfindlichen Haut. Ebenso für Personen deren nahe Verwandten Hautkrebs bereits in der Familie aufgetreten ist. Außerdem ist ein hoher LSF in der Lage Anwendungsfehler beim Auftragen der Sonnencreme zu verringern. Meist wird zu wenig Sonnencreme verwendet. In diesem Sinne wird ein LSF von mindestens 15  oder höher für den täglichen Gebrauch empfohlen und LSF 30 oder mehr, wenn man viel Zeit im Freien verbringt. Unabhängig davon, ob Sie LSF 15, 30 oder 50+ verwenden: Denken Sie daran alle 2 Stunden nach zu cremen! Wenn Sie schwimmen oder schwitzen auch häufiger.

4) Bietet meine Tagescreme ausreichenden Sonnenschutz?

Unter normalen Umständen bietet Makeup mit LSF 15 oder höher einen ausreichenden Sonnenschutz. Allerdings kann Makeup eine Sonnencreme nicht ersetzen, wenn ein ausgiebiger Aufenthalt in der Sonne geplant ist. In diesem Fall verwenden Sie wasserfeste Sonnencreme mit LSF 30 oder mehr.

5) Da ich mich den ganzen Tag in geschlossenen Räumen aufhalte und sie nur verlasse, wenn die Sonne niedrig steht, brauche ich keinen Sonnenschutz. Oder ähnlich: Wenn es bewölkt ist, braucht man keinen Sonnenschutz.

Man sollte es sich zur Gewohnheit machen, regelmäßig einen Sonnenschutz anzuwenden, egal ob Sonne oder Regen. Je nach Witterungsbedingungen können 80 % der UV-Strahlen Wolken oder Dunst durchdringen. Auch wenn Sie sich nur kurz draußen aufhalten (Hin/Rückweg zur/von der Arbeit), bedenken Sie, dass sich Sonnenschäden im Laufe der Jahre akkumulieren. Die Hautalterung beschleunigt sich und das Hautkrebsrisiko steigt.

6) Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich auf den Augenlidern Hautkrebs entwickelt.

Stimmt nicht: Auch die Augen sind anfällig für UV-bedingte Schädigungen. Deshalb bieten die meisten Sonnenbrillen (und auch manche Kontaktlinsen) einen UV-Schutz an. Melanome können sich auch im Auge entwickeln. Häufiger ist allerdings das Auftreten auf Hautkrebs auf den Augenlidern. Dies lässt sich durch das Tragen von Sonnenbrillen mit UV-Schutz verhindern.

7) Erst wenn ich Veränderungen an einem Muttermal entdecke, gehe ich zum Arzt.

Die regelmäßige und gründliche Selbst-Beobachtung der eigenen Muttermale ist von herausragender Bedeutung um bösartige Veränderungen rechtzeitig zu entdecken. Zusätzlich: Sollte man sich 1x jährlich zur Hautkrebsvorsorgeuntersuchung bei einem Hautarzt vorstellen.

8) Muttermale an Körperpartien, die nie der Sonne ausgesetzt sind können nicht bösartig werden.

Stimmt nicht: Obwohl es eine starke Assoziation zwischen Sonnenexposition und Hautkrebs gibt, kann Hautkrebs an alle Körperstellen entstehen. Auch dort, wo die Sonne nie hin scheint.

9) Sonnenschutz in Form von Spray ist weniger effizient als Sonnencreme oder Lotion.

Stimmt nicht: Vorausgesetzt man wendet den Spray richtig an. Wenden Sie den Spray am besten nur draußen oder in gut belüfteten Räumen an (um die Lungen nicht zu belasten – Anmerkung azg ). Bedenken Sie, dass bei Wind ein Teil des Sonnenschutzes verloren gehen kann. Tragen Sie den Spray großzügig auf und massieren Sie ihn gut ein. Für die Anwendung im Gesicht sprühen Sie ihn am besten erst in die Hände und verteilen Sie ihn dann im Gesicht.

10) Man kann nicht ausreichend Vitamin D bilden, wenn man Sonnenschutz mit hohem LSF anwendet.

Stimmt nicht: Am besten versorgt man sich über die Nahrung oder über Vitaminpräparate mit Vitamin D. Die schädigende Wirkung eines übermäßigen Sonnengenußes überwiegt bei weitem die Vorteile von Vitamin D. Für Kaukasier (hellhäutige Europäer und Nordamerikaner) gilt: 10 Minuten in der Mittagssonne sorgen für eine ausreichende Vitamin D Synthese. Hat man das Limit der persönlichen Vitamin D Synthese erreicht, kann man die Vitamin D Menge im Körper durch weitere Besonnung nicht mehr steigern.

11) Hautkrebs zeigt sich immer als eigenartiges oder vielfarbiges Muttermal.

Melanome können sich als eigenartig gefärbte Muttermale zeigen. Die häufigeren Arten des weißen Blutkrebses (Basaliom und Spinaliom) treten  jedoch vielgestaltig auf, als offenes Bläschen, als schuppiger rosa Fleck, als glänzende Erhebung oder als nicht heilender „Pickel“. Wenn Sie solche verdächtige oder neue Erscheinungen auf Ihrer Haut feststellen, sollten Sie sofort den Rat eines Dermatologen suchen.

12) Hat man einen Sonnenbrand erlitten, kann man nichts mehr tun, um den Schaden rückgängig zu machen.

Wenn Sie gerade einen Sonnenbrand erlitten haben, gibt es nicht viele Möglichkeiten den Schaden rückgängig zu machen. Wichtig ist, dass Sie sofort aus der Sonne gehen und die Selbstheilungskräfte der Haut unterstützen.

Zur Linderung von Sonnenschäden, die sich im Laufe der Jahre akkumuliert haben, gibt es einige hilfreiche Techniken. So z. B. die örtliche Arzneimittelanwendung, Licht-basierte (Laser-)Therapien oder die Behandlung mit Retinoiden oder Hydroquinonen.

13) Dunkelhäutige Menschen bekommen kaum Sonnenbrand und haben ein niedrigeres Hautkrebsrisiko.

Stimmt nicht: Ganz unabhängig von der Hautfarbe kann jeder an Hautkrebs erkranken! Wiegen Sie sich nicht in Sicherheit, nur weil Sie schnell bräunen oder nie einen Sonnenbrand bekommen. Bräune ist ein Schutzmechanismus vor UV-Schädigung. Sind Sie gebräunt, können sie davon ausgehen, dass Sie bereits einen Schaden davon getragen haben. Unvollständige Reparaturmechanismen können zu Gendefekten führen, die in Hautkrebs oder vorzeitiger Hautalterung resultieren. Hautkrebs führt in dunkelhäutigen Menschen häufiger zum Tod, da er meist später, in einem weiter fortgeschrittenen Stadion, entdeckt wird.

 

 

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    Hallo, ich bin promovierte Diplom-Biologin mit langjähriger Berufserfahrung im Bereich der Lebenswissenschaften, Sachbuchautorin und Bloggerin.